Fachkräftenachwuchs: Sanierung des Berufsschul-Internats geplant

Berufsausbildung und berufsbegleitende Weiterbildung auf hohem Niveau: Die Berufsbildungseinrichtungen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen machen es möglich. Der Landkreis als Schulträger sichert diese Bildungsangebote sächlich ab und ist somit für die Gebäude samt Ausstattung verantwortlich. Um die Einrichtungen auch für Auswärtige noch attraktiver zu gestalten, wird der Landkreis das Internat der Meininger Berufsschulen umfassend sanieren. Von außen ist die Azubi-Herberge bereits komplett erneuert. „Wir wollen damit die Chance erhöhen, dass sich junge Leute und damit auch künftige Fachkräfte für eine Aus- oder Weiterbildung in unserem Landkreis entscheiden“, macht Landrat Peter Heimrich deutlich. Eine spürbare Aufwertung des Internats gehe mit einer verbesserten Wettbewerbsposition im harten Konkurrenzkampf im Berufsbildungsbereich einher. „Die Investition bedeutet somit nicht nur bessere Standortbedingungen für die Meininger Berufsschulen, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich potenzielle Fachkräfte dann auch beruflich in unserer Region orientieren.“

Ähnlich äußert sich auch der Leiter des Internats, Andreas Krejpowicz: „Das Wohnheim war, ist und bleibt ein wichtiger Faktor für den Ausbildungsstandort Meiningen“, unterstreicht er. Hauptprofiteure seien die Schulen, denn bei der hohen Aufnahmekapazität des Internats von 133 Plätzen hätte sich noch nie ein Schüler eine andere Unterbringung bzw. Ausbildungsstätte suchen müssen, sagt der Internatsleiter nicht ohne Stolz. „Im letzten Jahr hatten wir – trotz rückgängiger Schülerzahlen – Tagesbelegungen von etwa 100 Azubis.“

Rund 250 Azubis aus der gesamten Bundesrepublik und aus dem Ausland wie z. B. Finnland, Polen, Griechenland finden pro Jahr im Wohnheim eine Herberge. „Auch das Sozialministerium, die Bundesagentur für Arbeit und viele Betriebe haben bei Vorortsbesuchen den Standort gelobt“, berichtet Leiter Andreas Krejpowicz. Einige Schüler könnten theoretisch sogar mit Hausschuhen zum Unterricht gehen. „Der kaufmännische Bereich des BBZ und die Schule für Gesundheit und Soziales sind nur zwei Minuten Fußweg entfernt, der Bahnhof etwa 10 Minuten.“ Zudem seien Örtliche Freizeitmöglichkeiten leicht zu Fuß zu erreichen und eigene Angebote im Haus und in der naheliegenden Turnhalle in Fülle vorhanden, nennt Andreas Krejpowicz weitere Vorzüge.

Für rund drei Millionen Euro soll der gesamte Innenbereich eine Generalsanierung erfahren und der Wohnkomfort damit deutlich erhöht werden. Statt Zwei-, Drei- und Vierbettzimmer sind im neuen Raumkonzept Ein- und Zweibettzimmer vorgesehen. Die Sanitäranlagen werden nun in die Wohnräume integriert. Bisher mussten Auszubildende mit Etagen-Toiletten und -Duschen Vorlieb nehmen. Weiterhin werden die Elektrik, das Heizungssystem, Fußbodenbeläge sowie Anstriche erneuert.

Baubeginn sollte eigentlich in diesen Sommerferien sein. Weil die weiteren Planungsleistungen einen großen Umfang haben und der Landkreis über die Wohnheimförderung der Agentur für Arbeit Fördermittel in Höhe von einer knappen Million Euro beantrag hat, ist eine europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen erforderlich. Dieses Vergabeverfahren dürfte sich bis in den Herbst hinziehen. „Deswegen haben wir uns entschieden, mit dem Beginn der Bauarbeiten bis zum Ende des Schuljahres 2014/15 zu warten“, erklärt Günter Roth, Leiter des Fachdienstes Gebäudeverwaltung. Die Generalsanierung ist nun ab Juni 2015 geplant. Sie soll etwa ein Jahr dauern.