Bildungskoordination im Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Projekt „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“

Sowohl im wissenschaftlichen Diskurs als auch in der breiten Öffentlichkeit wird Bildung als der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und Integration gesehen. Ohne Bildung kann keine Integration gelingen, ohne Integration keine Bildung. Diese ist nicht allein abhängig vom Einzelnen, sondern von einer Vielzahl von persönlichen, sozialen, ökonomischen und strukturellen Einflussfaktoren. Insofern kann Bildung als eine komplexe gesamtgesellschaftliche Querschnittaufgabe verstanden werden. Bildung gilt weiterhin als entscheidender Faktor der Armutsprävention sowie Grundlage für Chancengleichheit und ist insofern eine bedeutende Ressource - für den Einzelnen, genauso wie für einen wirtschaftlichen Standort, eine Kommune, eine Stadt, ein Land. Nicht zuletzt ist Bildung ein Menschenrecht und Voraussetzung für ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben.

Rückblick

Um die Kommunen bei den bildungsspezifischen Herausforderungen infolge der Flüchtlingskrise von 2015 zu unterstützen, schuf das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2016 die Förderrichtlinie „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“. Durch entsprechende Projektstellen sollten die Vernetzung der Akteure, die Systematisierung der Vielzahl der vorhandenen Möglichkeiten, das Aufzeigen von Bildungswegen, -bedarfen und –lücken sowie die Schaffung passgenauer Angebote in den Kommunen koordiniert und optimiert werden.

Projektträger ist seither das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR). Inhaltlich-strategische Unterstützung erfahren die Kommunen und deren BildungskoordinatorInnen seither durch die Transferagentur Mitteldeutschland (TransMit).

Nach der erfolgreichen Beantragung des Projektes durch den Landkreis Schmalkalden-Meiningen im Jahr 2016, konnte 2017 eine Zielvereinbarung mit der TransMit unterzeichnet werden.

Angebunden war die Projektstelle der Bildungskoordination zunächst im Fachbereich Arbeit. Mit einem ersten Wechsel in der Besetzung erfolgte Ende 2017 eine neue Verortung der Stelle im Fachbereich Zentrale Steuerung, Innere Dienste – Fachdienst Schulen mit Sitz in der vhs „Eduard Weitsch“. Die Laufzeit war zunächst auf zwei Jahre begrenzt, konnte jedoch 2019 erfolgreich verlängert werden, sodass das Projekt nach erneutem Wechsel Ende 2019 noch bis zum 28.02.2021 weitergeführt wird.

Projektziele

Neben den o.g. fortlaufenden Koordinierungs- und Vernetzungstätigkeiten sowie deren Verstetigung werden folgende weitere Ziele verfolgt:

  • Darstellung der Bildungswege der Menschen mit Migrationshintergrund in Prozessketten
  • Erstellung einer Handreichung zu den Bildungsangeboten für Neuzugewanderte im Landkreis
  • Verstetigung der Transparenz (auch online) über die Angebote

Meilensteine und Aufgaben der Bildungskoordination

Zu den bisherigen Meilensteinen gehören u.a.:

  • Die Herstellung des Zugangs zu Akteuren innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung
  • Der Aufbau und die Verstetigung des AK Sprache und Schulen
  • Die enge, regelmäßige Zusammenarbeit zwischen Integrationsmanagement, Planungskoordination Armutsprävention und Bildungskoordination
  • Die Ist-Stand-Erfassung und Bedarfsanalyse der Angebote im Landkreis
  • Die Beteiligung an der Erstellung des kommunalen Integrationskonzeptes
  • Die Mitwirkung in Gremien, Netzwerken und bei der Erstellung von Befragungen und Konzeptionen
  • Die Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz der Bildungsangebote für Neuzugewanderte