Suhler VfB-Männer präsentieren Popo-Werbung: Gelebte Gleichstellung in der Wolfsgrube

Als Landrätin Peggy Greiser die neuen Hosen übergab, tobte die Wolfgrube. In der zweiten Satzpause im Thüringen-Derby präsentierte die erste Herrenmannschaft des VfB 91 Suhl ihre neuen Shorts mit dem Po-pulären Schriftzug „Prachtegion.de“. Wir wollen zeigen, dass wir hinter dem Verein stehen und hinter unseren Mädels. Und wir wollen die Diskussion um den Slogan, den wir persönlich sehr gelungen finden, beenden“, sagte Spielertrainer Frank Maslowski im Nachgang.

Großen Applaus bekam die Landrätin, als sie bei der Präsentation der männlichen „Prachtregionen“ die Zuschrift eines langjährigen VfB-Fans und Befürworters der Werbekampagne verlas. Dieser lebe lieber in einer Prachtregion, „als am A**** der Welt.“ Zudem machte die Landrätin deutlich, dass eine Prachtregion natürlich nicht an einer Kreisgrenze ende, was ebenfalls großen Jubel im Publikum hervorbrachte. Als die Männermannschaft mit der Idee auf sie zugekommen sei, habe sie nicht lange überlegen müssen und das Logo zur Verfügung gestellt. „Auch weil wir Gleichberechtigung natürlich groß schreiben“, sagte die Landrätin mit einem Augenzwinkern. Zusätzliche finanzielle Mittel zahlt der Landkreis für die prächtige Werbeplattform des Verbandsligisten nicht.

Für die „gute und sehr solidarische Aktion“ der Männermannschaft bedankte sich nach dem Spiel VfB-Außenangreiferin Claudia Steger. „Das zeigt auch, dass an der Werbung nichts Verwerfliches ist“, sagte sie. Auf die Reaktionen sei sie gespannt. Wer die bessere Figur in den Prachtregion-Hosen mache? „Natürlich wir“, sagt Steger und konnte nach der schmerzlichen Niederlage gegen Schwarz-Weiß Erfurt zumindest an dieser Stelle wieder lächeln.