Erstes Impfzentrum im Landkreis nimmt Betrieb auf

Am 13. Januar hat die erste Impfstelle im Landkreis Schmalkalden-Meiningen ihren Betrieb aufgenommen. In der Dr.-Romberg-Straße 1 in Dreißigacker können sich nun alle Menschen über 80 und Mitarbeiter von Pflege- und Rettungsdiensten gegen das Virus impfen lassen. Die Betreibung des Impfzentrums und die Terminvergabe laufen im Freistaat über die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Gesundheitsministerium. Unter www.impfen-thueringen.de oder über die Telefonnummer der KVT (03643/4950490) ist eine Terminvergabe möglich. Nur wer bestellt ist und zu der Gruppe mit der höchsten Priorität gehört, ist aktuell Impfberechtigt. Zum Termin sollen die Bestellten höchstens eine viertel Stunde früher als vereinbart erscheinen. Wenn die zulässige Gesamtzahl in den Wartezimmern überschritten wird, müssen die Personen ansonsten vor dem Gebäude oder im Auto warten.
Außerdem impfen mobile Teams der KVT weiterhin in Alten- und Pflegeeinrichtungen, die dies entsprechend bei der Kassenärztlichen Vereinigung beantragen müssen, darüber wurden die Einrichtungen bereits durch das Landratsamt informiert.
„Ich möchte allen nahelegen, sich gegen diesen verheerenden Virus impfen zu lassen, sobald dies für jeden von uns möglich sein wird. Denn auch hier gilt: Je höher die Impfdichte, desto besser und schneller können wir gemeinsam der Pandemie ein Ende bereiten“, rät Landrätin Peggy Greiser.
Eine zweite barrierefreie Impfstelle soll am 03. Februar in Schmalkalden am Siechenrasen 13 in Betrieb gehen. Termine werden schon jetzt vergeben.

Zur weiteren Information hat die Kassenärztliche Vereinigung einen Fragen-Antworten-Katalog zusammengestellt:

Fragen und Antworten zu Covid 19 Impfungen in Thüringen

Brauche ich einen Termin zum Impfen?

Ja. Grundsätzlich wird es ein Terminvergabesystem geben, bei dem der Anfragende bestätigen muss, dass er oder sie über einen entsprechenden Nachweis einer zu priorisierenden Gruppe verfügt. Sollte er oder sie diesen dann zum Impftermin nicht vorlegen können, verfällt der Anspruch auf diesen Termin und der nächste rückt vor.

Wie läuft die Terminvergabe ab?

Die Terminvergabe erfolgt über die Internetseite der KVT und des Ministeriums www.impfen-thueringen.de. Seit 4. Januar 2021 ist dies dann zusätzlich auch über die über Telefonnummer der KVT (03643/4950490) möglich. Diese Vermittlung wird mit den Strukturen der KVT Notdienst Service gGmbH durchgeführt, ohne dass die Bereitschaftsdienstnummer 116117 mit einem zusätzlichen Anrufaufkommen belastet werden soll.
Bei der Vereinbarung des Impftermins über die Website bzw. Telefonnummer erfährt die Person, wann sie wo geimpft wird. Durch ein Netz von 29 Impfstellen und zehn mobilen Impfteams ist gewährleistet, dass i.d.R. entweder wohnortnah oder – bei mobilitätseingeschränkten Personen (z. B. Bewohner*innen von Alten-/Pflegeheimen) – durch ein mobiles Impfteam geimpft werden kann.

Wer wird zuerst geimpft?

Die Reihenfolge der Impfungen ist in einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt, die auf der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut (RKI) aufbaut. Diese Rechtsverordnung soll rückwirkend ab 15.Dezember 2020 in Kraft treten.
Eine Priorisierung ist notwendig, weil zunächst nicht ausreichend Impfstoff zu Verfügung steht, um alle Menschen zu impfen, die das wünschen.
Nach der Impf-Verordnung werden zuerst die über 80-Jährigen sowie die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen und Einrichtungen für geistig Behinderte geimpft. Auch das Personal dieser Häuser sowie Menschen, die einem besonders hohen Ansteckungsrisiko aus-gesetzt sind, gehören zu der ersten Gruppe.
Diese Reihenfolge wird auch bei den zweiten Impfungen beibehalten.
Die Priorisierung im Einzelnen:

Höchste Priorität

• Über 80-Jährige
• Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind,
• Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten
• Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Expositionsrisiko wie Intensiv-stationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, SARS-CoV-2-Impfzentren und in Bereichen mit in-fektionsrelevanten Tätigkeiten
• Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, betreuen oder pflegen. (v.a. Hämato-Onkologie und Transplantationsmedizin.

Hohe Priorität

• Über 70-Jährige
• Personen mit Trisomie 21, mit Demenz oder geistiger Behinderung, nach einer Or-gantransplantation
• Enge Kontaktpersonen von über 80-Jährigen oder Bewohnern von Alten- Pflegeheimen und Heimen für geistig Behinderte
• Kontaktpersonen von Schwangeren
• Personen, die in stationären Einrichtungen für geistig behinderter Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen,
• Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren
• Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
• Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Kran-kenhausinfrastruktur
• Personen, die in Flüchlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind

Erhöhte Priorität

• Über 60-Jährige
• Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chron. Nierenerkrankung, chron. Le-bererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, div. Herzer-krankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma
• Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten
• Personen in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungs-organen, in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Justiz
• Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, im Apo-theken und Pharmawirtschaft, öffentliche Versorgung und Entsorgung, Ernährungs-wirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation
• Erzieher und Lehrer
• Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen

Welcher Nachweis muss für eine Impfung vorgelegt werden?

Als Nachweis für die Anspruchsberechtigung gelten laut Impfverordung: der Personalausweis oder ein anderer Lichtbildausweis. Für Bewohner bzw. Mitarbeiter von Pflege- und anderen Einrichtungen legen die Einrichtungen bzw. Unternehmen eine Bescheinigung vor. Menschen mit chronischen Erkrankungen erhalten ein ärztliches Zeugnis. Kontaktpersonen benötigen eine entsprechende Bestätigung der betreuten Person.

Wie viele Impfungen brauche ich?

Für einen ausreichenden Impfschutz muss der Impfstoff zweimal im Abstand von 3 Wochen verabreicht werden. Dabei wird der Impfstoff in den Oberarmmuskel gespritzt.

Wer trägt die Kosten?

Die Impfung in den Impfzentren wird für die Bevölkerung kostenlos sein – unabhängig vom Versicherungsstatus. Auf Grundlage des 3. Bevölkerungsschutzgesetzes hat das BMG eine entsprechende Rechtsverordnung erarbeitet. Der Bund zahlt den Impfstoff. Die Kosten für den Aufbau und die Organisation der Impfzentren tragen die Länder und die gesetzliche Krankenversicherung (Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds) sowie die Private Kranken-versicherung. Wenn in der zweiten Phase in den Arztpraxen geimpft werden kann, übernehmen wie üblich gesetzliche und private Krankenversicherung die ärztliche Leistung.

Wie wirksam ist die Impfung?

Der ausreichende Impfschutz beginnt 7 Tage nach der 2. Impfung. Nach derzeitigem Kennt-nisstand sind etwa 95 von 100 geimpften Personen vor einer Erkrankung geschützt. Wie lange dieser Schutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt. Da der Schutz nicht sofort nach der Impfung einsetzt und auch nicht bei allen geimpften Personen vorhanden ist, ist es auch trotz Impfung notwendig, dass Sie sich und Ihre Umgebung schützen, indem Sie die AHA + A + L-Regeln beachten.

Was gibt es zu beachten: Verhalten, Risiken, Nebenwirkungen?

Wie verhalte ich mich vor und nach der Impfung?
Wenn Sie nach einer früheren Impfung oder anderen Spritze ohnmächtig geworden sind oder zu Sofortallergien neigen, teilen Sie dies bitte der Impfärztin / dem Impfarzt vor der Impfung mit. Dann kann sie / er Sie nach der Impfung gegebenenfalls länger beobachten. Zu anderen Impfungen soll ein Abstand von mindestens 14 Tagen eingehalten werden. Nach der Impfung müssen Sie sich nicht besonders schonen. Es besteht die Möglichkeit, Nebenwirkungen auch selbst zu melden: https://nebenwirkungen.bund.de

Welche Impfreaktionen können nach der Impfung auftreten?
Nach der Impfung mit dem mRNA-Impfstoff kann es als Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff zu Lokal- und Allgemeinreaktionen kommen. Diese Reaktionen treten meist innerhalb von 2 Tagen nach der Impfung auf und halten selten länger als 1 bis 2 Tage an. Sehr häufig werden bei den Geimpften in der bisher mehrmonatigen Beobachtungszeit Schmerzen an der Einstichstelle (bis zu 83 % der Geimpften), Abgeschlagenheit (bis zu 59 %), Kopfschmerzen (bis zu 52 %), Muskelschmerzen (bis zu 37 %), Frösteln (bis zu 35 %), Gelenkschmerzen (bis zu 22 %), Fieber (bis zu 16 %) und Durchfall (bis zu 11 %) berichtet. Erbrechen tritt häufig auf (bis zu 2 %), Lymphknotenschwellungen gelegentlich (weniger als 1 %). Die meisten Reaktionen sind bei älteren Personen etwas seltener als bei jüngeren Personen zu beobachten. Die Impfreaktionen sind zumeist mild oder mäßig ausgeprägt und treten etwas häufiger nach der zweiten Impfung auf.
Bei Schmerzen oder Fieber nach der Impfung können schmerzlindernde / fiebersenkende Medikamente (z. B. Paracetamol) eingenommen werden. Ihre Hausärztin / Ihr Hausarzt kann Sie hierzu beraten.

Sind Impfkomplikationen möglich?
Impfkomplikationen sind über das normale Maß einer Impfreaktion hinausgehende Folgen der Impfung, die den Gesundheitszustand der geimpften Person deutlich belasten. In den umfangreichen klinischen Prüfungen vor der Zulassung wurden nach Gabe des hier bespro-chenen mRNA-Impfstoffes keine Komplikationen wie zum Beispiel schwerwiegende Autoim-munreaktionen oder schwerwiegende neurologische Komplikationen im ursächlichen Zu-sammenhang mit der Imp- fung berichtet. Grundsätzlich können aber – wie bei allen Impf-stoffen – in sehr seltenen Fällen eine Überempfindlichkeitsreaktion (allergische Sofortreaktion bis hin zum Schock) oder andere Komplikationen nicht ausgeschlossen werden.
Wenn nach einer Impfung Symptome auftreten, welche die oben genannten schnell vorüber-gehenden Lokal- und Allgemeinreaktionen überschreiten, steht Ihnen Ihre Hausärztin/ Ihr Hausarzt selbstverständlich zur Beratung zur Verfügung. Bei schweren Beeinträchtigungen begeben Sie sich bitte umgehend in ärztliche Behandlung.

Wer soll nicht geimpft werden?

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, für die der Impfstoff aktuell nicht zugelassen ist, sollen nicht geimpft werden. Da noch nicht ausreichende Erfahrungen vorliegen, ist die Impfung in der Schwangerschaft und Stillzeit derzeit nicht empfohlen.
Wer an einer akuten Krankheit mit Fieber über 38,5°C leidet, soll erst nach Genesung geimpft werden. Eine Erkältung oder gering erhöhte Temperatur (unter 38,5°C) ist jedoch kein Grund, die Impfung zu verschieben. Bei einer Überempfind- lichkeit gegenüber einem Impfstoffbestandteil sollte nicht geimpft werden: bitte teilen Sie der Impfärztin/dem Impfarzt vor der Impfung mit, wenn Sie Allergien haben. Personen, bei denen in der Vergangenheit eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen wurde, müssen zunächst nicht geimpft werden, aber es spricht nichts gegen eine Impfung.

Ich bin nicht gehfähig, wie komme ich an eine Impfung?

Zu den 29 Impfstellen in Thüringen werden 10 mobile Impfteams im Einsatz sein, die vor allem nicht gehfähige Personen in Pflege- und Altenheimen impfen sollen. Für die mobilen Impfteams wird auf die Hilfsorganisationen zurückgegriffen, die in Analogie zu den mobilen Abstricheinheiten vertraglich gebunden werden sollen. Optional können die mobilen Impfteams gemeinsam mit den die jeweiligen Einrichtungen betreuenden Hausärzt*innen und deren Teams die Impfungen durchführen.

Wer führt die Impfungen durch?

Die Impfungen können grundsätzlich von entsprechend geschultem ärztlichen und medizinischen Personal durchgeführt werden.
Sofern es die Räumlichkeiten ermöglichen, ist eine Besetzung je Impfstelle wie folgt geplant:
• mindestens 1 Arzt/Ärztin,
• 2 impfberechtigte nicht-ärztliche Fachkräfte sowie
• 2 Mitarbeitende am Check-In, sog. Impfstellen-Manager, die sich um die gesamten organisatorischen Abläufe innerhalb der Impfstelle kümmern und als Ansprechpartner für den Pandemiestab der KVT zur Verfügung stehen.
Vor Beginn der Impfkampagne, noch im Dezember, soll eine Schulungsimpfstelle eingerichtet werden, in der sowohl die Abläufe geübt als auch das Personal eingeführt werden.

Woher kommt das Personal?

Die KV Thüringen hat ihre Mitglieder, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Thüringens, via E-Mail, wöchentlichem kvticker (Newsletter) und Internetseite zur Bereitschaft aufgerufen und tut dies fortwährend.

Mit wie viel Impfdosen kann Thüringen rechnen?

Bis Ende Januar werden deutschlandweit 3-4 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Alle Lieferungen werden nach ihrem Bevölkerungsanteil an die Bundesländer verteilt (Deutschland : 40 = Thüringen --> bis 10.000 für Thüringen bis Ende Januar). Für das gesamte erste Quartal wird mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet (ca. 300.000 für Thüringen bis Ende März).
Wenn alle Impfstoff-Kandidaten zugelassen werden sollten, erhält Deutschland voraussichtlich insgesamt 300 Millionen Dosen (7,5 Millionen für Thüringen). Diese Zahl ergibt sich aus der Anzahl von Dosen, die wir aus den Verträgen der EU erhalten, und den Impfstoffdosen, die wir von deutschen Herstellern bekommen, die wir gefördert haben.
Kalkuliert wird im Durchschnitt mit fünf Minuten pro ärztlichem Aufklärungsgespräch inkl. impfvorbereitender Maßnahmen wie Desinfektion, Materialvorbereitung, Freimachung, etc. Das entspricht zwölf Impfungen pro Stunde, die in den Impfstellen angestrebt werden.
Geplant ist es, bei genügend Impfstoffvorrat die Impfstellen in zwei sechs-Stunden-Schichten zu öffnen, sodass wir am Ende die Möglichkeit haben, bis zu 12 Stunden täglich zu impfen. Das entspräche 144 Impflingen am Tag. Bei zwei Impfenden vor Ort sind dies 288.
Sofern alle Impfstellen acht Stunden täglich und an fünf Tagen der Woche mit zwei Impfberechtigten und einem Arzt oder einer Ärztin besetzt sind, ist ein Impfvolumen von wöchentlich bis zu 29.000 Impfungen möglich. Dieses kann im Idealfall noch erweitert werden, sofern genügend personelle Ressourcen vorhanden sind.
Für 2020 wird es voraussichtlich nur Impfungen durch mobile Impfteams in Alten- & Pflege-heimen geben.

Weitere Informationen:
www.impfen-thueringen.de
www.zusammengegencorona.de
www.bundesgesundheitsministerium.de
www.rki.de