Was tun gegen Lichtverschmutzung? – Planungshilfen erschienen

 

Planungshilfen für Privatleute, Kommunen und Unternehmen: UNESCO-Biosphärenreservat Rhön veröffentlicht Broschüren zu umweltverträglicher Außenbeleuchtung

Der natürlich dunkle Nachthimmel ist zunehmend zu einem schützenswerten Kulturgut geworden. Auch im Sternenpark Rhön wird eine umweltverträgliche Beleuchtung angestrebt, um die Artenvielfalt und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Mit vier neuen Broschüren geben die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Kooperation mit den Rhöner Landkreisen nun Privatleuten, Kommunen und Unternehmen wissenschaftlich fundierte Planungshilfen für umweltverträgliche Außenbeleuchtung an die Hand.

Zahlreiche Kommunen haben entsprechend den Anforderungen des Sternenparks Rhön mit der Umrüstung auf umweltverträgliche Beleuchtung an Straßen, Wegen und Parkplätzen begonnen oder diese bereits umgesetzt. Auch viele Privathaushalte und Unternehmen sind bei ihrer Außenbeleuchtung auf LED umgestiegen – mit dem Fokus auf Energieeffizienz. Dabei werden aber für die Umweltverträglichkeit wichtige Parameter wie zielgerichtete Lichtlenkung, angepasste Lichtmengen, bedarfsorientierte Beleuchtung und warme Lichtfarben oft nicht berücksichtigt. So kann nächtliches Kunstlicht gemäß dem Bundesimmissionsschutzgesetz je nach Ausmaß zu einer schädlichen Umwelteinwirkung werden. Die Folgen: Insekten verlassen ihre eigentlichen Lebensräume und können nicht mehr der Nahrungs- und Partnersuche nachgehen. Andere Tiere wie Igel, Vögel und Amphibien verlieren mit dem zunehmenden Insektensterben ihre Nahrungsgrundlage, Zugvögel werden durch künstliche Lichtquellen vom Weg abgebracht. Der Deutsche Bundestag formuliert es in einem wissenschaftlichen Schreiben so: Menschen und tagaktive Tiere brauchen die Dunkelheit zum Schlafen, Astronomen zur Beobachtung des Sternenhimmels und Glühwürmchen für die Fortpflanzung.

Vier neue Broschüren der Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön zum Thema Umweltfreundliche Außenbeleuchtung enthalten anwendungsspezifische Planungshilfen, die

die Parameter Lichtlenkung, -menge und -farbe umfassen und dabei einschlägige Normen wie zum Beispiel die Technischen Regeln für Arbeitsstätten einbeziehen. Die Vorgaben basieren auf den Hinweisen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI), den Empfehlungen der Hessischen Landesregierung sowie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen in Kommunen der internationalen Sternenparks. Die Broschüren richten sich nicht nur an Haus- und Gartenbesitzer, sondern ebenfalls an Unternehmen sowie an Kommunen und an zuständige Behörden zur Integration in Bebauungspläne, Bauleitpläne und Dorferneuerungsmaßnahmen. Gerade in Gewerbegebieten gibt es noch viel Potenzial für die Optimierung der Beleuchtungs- und Werbeanlagen. Sie beeinflussen über viele Kilometer die nächtliche Landschaft im Sternenpark Rhön.

Im Landratsamt in Meiningen sind die neuen Broschüren nun von Landrätin Peggy Greiser, ihrem Amtskollegen Reinhard Krebs (Wartburgkreis) und Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, vorgestellt worden. „Die Entscheidung zu umweltfreundlicherer Beleuchtung kann nur nach Maßgabe der Möglichkeiten stattfinden – Gewerbegebiete beispielsweise benötigen Licht“, erklärte Landrat Krebs. „Die neuen Broschüren helfen aber dabei, notwendige Außenbeleuchtungen umweltfreundlicher zu gestalten und zeigen zugleich attraktive Wege auf, Energie zu sparen.“ Peggy Greiser ergänzte: „Die Hohe Geba und viele andere Aussichtspunkte des Sternenparks Rhön gewähren Aussicht auf beeindruckende Nachtlandschaften und einzigartige Naturphänomene wie das Zodiakallicht, die es zu schützen gilt. Ein Ziel, das wir mit den neuen Broschüren als Planungshilfen unterstreichen wollen.“

Herausgegeben werden die Planungshilfen für die Bereiche Haus und Garten (für Privatleute), Arbeitsstätten, Parkplätze und Wege (für Unternehmen), öffentliche Straßen, Wege und Parkplätze (für Kommunen) sowie Sportstätten (für Kommunen und Betreiber) von den Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und den Rhön-Landratsämtern. In Thüringen sind die Broschüren kostenfrei in der Verwaltung in der Propstei Zella (Goethestraße 1, 36452 Zella/Rhön), im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen (Obertshäuser Pl. 1, 98617 Meiningen) und im Landratsamt Wartburgkreis (Erzberger Allee 14, 36433 Bad Salzungen) erhältlich. Zudem stehen auf der Webseite www.sternenpark-rhoen.de zum Download bereit.

Foto: Präsentieren die neuen Planungshilfen für umweltverträgliche Beleuchtung (von links): Ulrike Schade (Leiterin Thüringer Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön), Ulrike Steinmetz (Wirtschaftsförderung, Landratsamt Schmalkalden-Meiningen), Landrat Reinhard Krebs (Wartburgkreis) und Landrätin Peggy Greiser (Landkreis Schmalkalden-Meiningen). / Foto: Anna-Lena Bieneck