Der jüngste, großflächige Stromausfall in Berlin, der zehntausende Haushalte und Betriebe betraf, zeigt deutlich, welche weitreichenden Auswirkungen ein länger andauernder Ausfall der Stromversorgung auf das öffentliche und private Leben haben kann. Vor diesem Hintergrund weist das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen aus gegebenem Anlass und mit präventivem Charakter auf die Bedeutung der persönlichen Vorsorge hin.
Auch wenn die Stromversorgung im Landkreis derzeit stabil ist, können technische Defekte, Unwetterlagen, gezielte Sabotageakte oder andere außergewöhnliche Ereignisse jederzeit zu Unterbrechungen führen. Eine gute Vorbereitung hilft, die Folgen eines Stromausfalls deutlich abzumildern. Das Landratsamt verteilt hierzu auch regelmäßig die Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe für verschiedene Krisen- und Katastrophenszenarien, die in Stadt- und Gemeindeverwaltungen für Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen.
Erhebliche Auswirkungen auf den Alltag möglich
Kommt es zu einem länger andauernden Stromausfall, fallen schlagartig alle strombetriebenen Geräte und Anlagen aus, die nicht über Notstrom oder Batterien verfügen. Betroffen sind unter anderem Beleuchtung, Heizung, Kühl- und Gefriergeräte, Kommunikationsmittel sowie Geldautomaten. Einkäufe können erschwert oder unmöglich sein, da Kassensysteme und automatische Türen nicht funktionieren. Auch der öffentliche Verkehr kann beeinträchtigt werden.
Besonders kritisch ist die Abhängigkeit moderner Kommunikationsnetze vom Strom. Festnetz- und Mobilfunkverbindungen stehen unter Umständen nur eingeschränkt oder gar nicht mehr zur Verfügung. Zudem besteht bei außergewöhnlichen Ereignissen die Gefahr einer schnellen Überlastung der Netze. Telefonate sollten daher auf das Notwendigste beschränkt werden, um die Erreichbarkeit von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sicherzustellen.
Für pflegebedürftige Menschen kann ein Stromausfall besondere Herausforderungen mit sich bringen, etwa wenn medizinische Geräte, Hausnotrufsysteme oder Versorgungsdienste zeitweise nicht funktionieren.
Empfehlungen zur persönlichen Vorsorge
Das Landratsamt verweist in diesem Zusammenhang auf die Handlungsempfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Ziel sollte es sein, dass jeder Haushalt einige Tage ohne externe Hilfe auskommen kann. Dazu gehören insbesondere:
- ausreichende Vorräte an Trinkwasser, haltbaren Lebensmitteln, Babynahrung sowie Hygieneartikeln,
- batteriebetriebene Taschenlampen, Camping- oder Kurbellichter einschließlich Ersatzbatterien,
- ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio, um behördliche Informationen empfangen zu können,
- warme Kleidung und Decken, insbesondere in der kalten Jahreszeit,
- gegebenenfalls ein Campingkocher zur Zubereitung einfacher Mahlzeiten (unter Beachtung aller Sicherheitsregeln),
- frühzeitige Absprachen zur Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger.
Sicherheit und Brandschutz beachten
Beim Einsatz von Kerzen, gasbetriebenen Heiz- oder Kochgeräten besteht ein erhöhtes Brandrisiko. Offene Flammen dürfen niemals unbeaufsichtigt betrieben werden, zudem ist auf ausreichende Belüftung zu achten. Rauchmelder erhöhen die Sicherheit und können im Ernstfall Leben retten.
Nach Eintritt eines Stromausfalls sollten alle elektrischen Geräte wie Herd, Bügeleisen oder Heizlüfter ausgeschaltet werden, um Schäden oder Gefahren beim Wiederkehren der Stromversorgung zu vermeiden. Für den Notfall empfiehlt es sich, geeignete Löschmittel wie Feuerlöscher oder Löschdecken bereitzuhalten.
Verhalten im Ereignisfall
Die Notrufnummern von Polizei und Feuerwehr sind ausschließlich für echte Notfälle vorgesehen. Ein Stromausfall allein stellt keinen Notfall dar. Um eine Überlastung der Notrufstellen zu vermeiden, sollten diese nur in dringenden Situationen kontaktiert werden.
Bürgerinnen und Bürger werden zudem gebeten, sich bei einem Stromausfall über die Informationswege ihrer Kommune bzw. des Landkreises zu informieren und – wenn möglich – auch auf Nachbarschaftshilfe zu setzen. Gegenseitige Unterstützung kann in Ausnahmesituationen entscheidend sein.
Weitere Informationen
Ausführliche Hinweise zur Notfallvorsorge und zum richtigen Verhalten in Krisensituationen stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter anderem in der Broschüre „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ zur Verfügung.
Das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen appelliert an die Bevölkerung, das Thema Vorsorge ernst zu nehmen: Vorbereitung ist ein wichtiger Beitrag zur eigenen Sicherheit und zur Stabilität der Gemeinschaft.
Titelfoto: Wenn das Licht ausgeht: Ein großflächiger Blackout legt das Leben lahm. (Foto: Golova/freepik)

