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Landkreis setzt weiter auf Photovoltaik auf kreiseigenen Gebäuden

22. September 2026

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen setzt seinen Weg beim Ausbau erneuerbarer Energien auf kreiseigenen Gebäuden konsequent fort. Allein im Jahr 2026 konnten vier weitere Anlagen fertiggestellt beziehungsweise in Betrieb genommen werden.

Bei einem Pressetermin am 21. September 2026, im Thüringischen Rhön-Gymnasium in Kaltensundheim informierte Landrätin Peggy Greiser gemeinsam mit Mitarbeitern des Fachdienstes Bau und Gebäudeverwaltung über den aktuellen Stand des kreiseigenen Photovoltaikausbaus. Stellvertretend für die vier in diesem Jahr realisierten Projekte wurde die neue Photovoltaikanlage des Gymnasiums als größtes diesjähriges Vorhaben vorgestellt. Im Mittelpunkt standen die technischen Besonderheiten der neuen Anlagen sowie weitere Potenziale und anstehende Projekte. Der Einladung der Landrätin waren auch die Vertreter der vier Firmen gefolgt, die die neuen Anlagen in diesem Jahr installiert haben.

„Unsere kreiseigenen Gebäude sind ideale Standorte für Photovoltaik: Schulen, Sporthallen und Verwaltungsgebäude haben einen hohen Strombedarf während der Tagesstunden – also genau dann, wenn eine Photovoltaikanlage Strom produziert. Mit den Batteriespeichern können wir darüber hinaus einen Teil des Solarstroms für die Grundlast in den Abend- und Nachtstunden vorhalten“, erklärte Landrätin Peggy Greiser.

Vom Einspeisemodell zum Eigenverbrauch
Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen baut bereits seit vielen Jahren Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien auf kreiseigenen Gebäuden. Während bei den ersten Anlagen Anfang der 2000er-Jahre aufgrund der damals hohen EEG-Einspeisevergütung vor allem auf eine Volleinspeisung ins Stromnetz gesetzt wurde oder Dachflächen an andere PV-Anlagenbetreiber vermietet wurden, stehen heute Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung im Mittelpunkt.

Bei den neuen Anlagen gehört deshalb auch ein Batteriespeicher zum Standard. Er kann überschüssigen Solarstrom am Nachmittag aufnehmen und diesen nach Schul- oder Dienstschluss für den weiteren Betrieb bereitstellen. Der gespeicherte Strom kann so zum Betrieb von Pumpen, Lüftungsanlagen, Sicherheitstechnik und Beleuchtung genutzt werden. In den Schulen spielt zudem in Sachen Grundlast die zunehmende Digitalisierung eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus verfügen die neuen Anlagen über eine kleine Notstromversorgung. Bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes können damit ausgewählte Stromkreise bedarfsweise weiter versorgt werden.

Insgesamt befinden sich nun auf kreiseigenen Immobilien 46 Photovoltaik-Anlagen (32 kreiseigene PV-Anlagen und 14 Fremdanlagen), die insgesamt pro Jahr 1360 MWh Strom produzieren. Das entspricht einer Einsparung von circa 794 Tonnen Co2 pro Jahr (Angabe nach Berechnung Umweltbundesamt mit Faktor 0,584 kg/kWh) oder 39.700 gepflanzten Bäumen (20kg Co2 pro Baum pro Jahr).

Vier neue Anlagen im Jahr 2026
In diesem Jahr wurden vier Photovoltaikanlagen an kreiseigenen Gebäuden umgesetzt:

Grundschule Vachdorf:
Die Anlage mit einer Leistung von 18 kWp und einem Batteriespeicher von 19,6 kWh dient der Deckung des Eigenbedarfs mit Überschusseinspeisung. Sie wurde auf dem Dach des Sporthallenanbaus errichtet und speist in das gemeinsame Netz von Schule und Sporthalle ein. Damit dient sie vornehmlich der Versorgung der Schule. Die Schlussrechnung erfolgte im März 2026 mit Kosten von rund 31.100 Euro. Die Umsetzung erfolgte gemeinsam mit der Elektro-Wolf GmbH aus Meiningen-Dreißigacker.

Thüringer Gemeinschaftsschule „Am Ruppberg“, Standort „Alte Straße“, Zella-Mehlis:
Die Photovoltaikanlage verfügt über eine Leistung von 24,95 kWp sowie zwei Batteriespeicher mit jeweils 10 kWh. Die Anlage auf dem Dach des Speisesaalanbaus dient der Versorgung der Schule mit Solarstrom. Die Kosten belaufen sich auf rund 49.400 Euro. Das Projekt wurde durch die Firma Sunlight Power GmbH aus Viernau realisiert.

Thüringisches Rhön-Gymnasium Kaltensundheim:
Die neue Anlage verfügt über eine Leistung von 31,28 kWp und zwei Batteriespeicher mit jeweils 15,8 kWh. Die PV-Module wurden auf dem Dach des Schulgebäudes errichtet und speisen in das gemeinsame Netz von Schule und Mehrzweckhalle ein. Die Kosten belaufen sich auf rund 54.400 Euro. Das Projekt wurde mit der BSH GmbH & Co. KG aus Bad Königshofen umgesetzt.

Regelschule Floh-Seligenthal:
Die Anlage auf dem Dach der Aula verfügt über eine Spitzenleistung von 28,06 kWp und einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 22,4 kWh. Auch hier wird der erzeugte Solarstrom vorrangig für den Eigenbedarf genutzt und überschüssiger Strom eingespeist. Eine Besonderheit des Projekts: Wechselrichter und Batteriespeicher wurden erstmals außerhalb der Gebäudehülle installiert. Dadurch konnte auf eine aufwendige Not-Aus-Schaltung der Gleichstromleitungen (Feuerwehrschaltung) verzichtet werden. Die Inbetriebsetzung erfolgte am 10. Juli 2026. Die Kosten liegen bei rund 43.700 Euro. Umgesetzt wurde das Projekt mit der regio fuel electric GmbH aus Steinbach-Hallenberg.

Energiemanagement treibt Projekte voran
Eine wichtige Grundlage für den Ausbau der Photovoltaik ist das seit 2020 im Fachdienst Bau und Gebäudeverwaltung des Landratsamtes aufgebaute Energiemanagementsystem. Mit Beschluss des Kreistages wurde dabei von Beginn an ein umfassender Ansatz verfolgt.

Neben der Erfassung und Optimierung von Verbrauchsdaten sowie der Optimierung von Heizungs- und Lüftungsanlagen werden dort auch investive Projekte zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energien eigenverantwortlich umgesetzt. Dazu gehören beispielsweise die Umrüstung von Beleuchtungsanlagen auf LED, der Anschluss von Heizungen an Fernwärmenetze und der Bau von Photovoltaikanlagen. Auch wesentliche Planungsleistungen werden durch das Energiemanagement des Landratsamtes selbst erbracht. Insgesamt Bei 20 von 32 kreiseigenen PV-Anlagen waren die Energiemanager mit von der Partie.

In den vergangenen Jahren wurde dabei das Förderprogramm „Klimainvest“ des Freistaates Thüringen rege genutzt. Leider steht es aktuell nicht mehr zur Verfügung. Zurzeit profiziert der Landkreis, wie auch private Bauherren, ausschließlich von der Mehrwertsteuerbefreiung beim Bau von PV-Anlagen.

„Durch das im Landkreis aufgebaute Know-how können wir viele Projekte selbst planen und umsetzen. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern ermöglicht es uns auch, die kreiseigenen Gebäude Schritt für Schritt energetisch weiterzuentwickeln“, so Landrätin Peggy Greiser.

Foto: BSH – Bestes.Solar.Handwerk