Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen passt seine Altkleidersammlung an die veränderten Rahmenbedingungen am Markt an. Hintergrund ist eine bundes- und europaweit angespannte Situation in der Alttextilverwertung, die eine wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Sammlung zunehmend erschwert.
„Der Markt für Alttextilien ist derzeit faktisch zusammengebrochen. Insolvenzen großer Sortierbetriebe und eine deutlich sinkende Qualität der gesammelten Kleidung stellen die gesamte Branche vor enorme Herausforderungen“, erklärt Torsten Jahns, Geschäftsführer der Schmalkalden Stadtreinigung GmbH (SSR). „Viele Textilien sind aufgrund von Fast-Fashion kaum noch wiederverwendbar. Gleichzeitig steigen die Kosten für Sortierung und Verwertung deutlich an – andere Landkreise müssen für die Abnahme der Alttextilien inzwischen viel Geld aufwenden, mit negativem Einfluss auf die dortigen Abfallgebühren. Wir wollen hier gegensteuern.“
Bereits seit 2013 erfassen die Kreiswerke im Landkreis jährlich rund 300 Tonnen Alttextilien (rund 2,5 Kilogramm pro Einwohner pro Jahr). Während die Erlöse früher zur Stabilisierung der Abfallgebühren beitragen konnten, liegt der Fokus heute klar auf der Begrenzung steigender Kosten. Auch andere Kommunen sehen sich mit erheblichen finanziellen Belastungen konfrontiert.
Vor diesem Hintergrund und aufgrund zunehmender Vermüllung von Sammelplätzen werden frei zugängliche Containerstandorte im gesamten Landkreis schrittweise reduziert und die Sammlung an zentralen – und vorzugsweise – betreuten Standorten gebündelt. Ziel ist es, die Qualität der erfassten Textilien zu verbessern, Fehlwürfe zu reduzieren und die zunehmende Vermüllung an unkontrollierten Standorten einzudämmen.
„Die Bündelung auf Wertstoffhöfen und weiteren zentralen Standorten ist derzeit der sinnvollste Weg, um die gesetzlich geforderte getrennte Sammlung weiterhin sicherzustellen und gleichzeitig wirtschaftlich vertretbar zu handeln“, so Jahns. Vergleichbare Modelle werden bereits in zahlreichen Landkreisen umgesetzt. Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen wurden beispielsweise in Meiningen und Zella-Mehlis bereits einzelne Behälter eingezogen.
Die Umstellung basiert auf einer fachlich fundierten Vorgehensweise zur Neuorganisation der Sammlung. Die Konzentration der Standorte ist dabei ein bewusst gewählter Schritt, um langfristig eine funktionierende und qualitativ hochwertige Altkleidererfassung im Landkreis sicherzustellen.
Gleichzeitig bleibt die Situation dynamisch. Der Landkreis wird die Entwicklung weiter beobachten und das Angebot bei Bedarf anpassen. Ziel bleibt es, eine verlässliche, wirtschaftlich tragfähige und ökologisch sinnvolle Lösung für die Bürgerinnen und Bürger im gesamten Kreisgebiet vorzuhalten.
Neuer Standort in der VG „Hohe Rhön“
Im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft „Hohe Rhön“ wurden die bisherigen dezentralen Containerstandorte bereits zurückgebaut.
Ab sofort stehen fünf Altkleidercontainer am Wertstoffhof Kaltennordheim, In der Aue 20, zur Verfügung.
Öffnungszeiten des Wertstoffhofs Kaltennordheim:
Dienstag: 08:00 bis 12:00 Uhr
Mittwoch: 14:00 bis 18:00 Uhr
Donnerstag: 08:00 bis 12:00 Uhr
Freitag: 14:00 bis 18:00 Uhr
Samstag: 08:00 bis 12:00 Uhr
Durch die zentrale Erfassung kann die Qualität der gesammelten Alttextilien deutlich verbessert und eine ordnungsgemäße Verwertung sichergestellt werden.
Was gehört in den Altkleidercontainer?
- Kleidung (tragfähig und sauber)
- Schuhe (paarweise gebündelt)
- Bettwäsche
- Handtücher
- Decken
- Gardinen
- Taschen und Rucksäcke
- Gürtel, Mützen und Schals
Was gehört nicht hinein?
- stark verschmutzte oder beschädigte Kleidung
- nasse oder schimmelige Textilien
- Teppiche und Matratzen
- Restmüll
- Elektrogeräte
- Kunststoffe oder Altpapier
Es wird darum gebeten, keine Säcke oder Abfälle neben den Containern abzustellen.
Eine aktuelle Übersicht über die Standorte finden Bürgerinnen und Bürger hier.

