Demenzerkrankungen gehören zu den häufigsten und folgenreichsten neuropsychiatrischen Erkrankungen im höheren Alter. Die häufigste Demenzform ist Alzheimer. Laut Alzheimer Gesellschaft Thüringen lebten Ende 2023 in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz – etwa 445.000 Menschen im Alter von über 65 Jahren waren neu an einer Demenz erkrankt. Allein die Zahl der Menschen mit Demenz im Freistaat schätzt die Alzheimer Gesellschaft Thüringen derzeit auf etwa 54.000 Betroffene. Infolge des demographischen Wandels nimmt die Anzahl der Erkrankten weiter zu. Gelingt kein Durchbruch in Prävention oder Therapie, könnten nach aktuellen Schätzungen in Deutschland im Jahr 2050 bis zu 2,7 Millionen Menschen im Alter von über 65 Jahren an Demenz erkrankt sein. Eine Heilung der Krankheit ist bisher nicht möglich. Jedoch gibt es verschiedene Hilfs- und Unterstützungsangebote für Betroffene und ihre Angehörigen.
Welt-Alzheimertag am 21. September
Um auf die Situation der Demenzerkrankten und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen, riefen der Verband Alzheimer`s Disease International (ADI) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1994 den Welt-Alzheimertag ins Leben. Seitdem finden jährlich rund um den 21. September auf der ganzen Welt Veranstaltungen und Aktivitäten zum Thema Demenz statt.
Auch in diesem Jahr nehmen der Pflegestützpunkt und das Netzwerk Pflege des Landkreises Schmalkalden-Meiningen den Welt-Alzheimertag zum Anlass, mit dem „Tag der Demenz“ am 21. September 2026 eine Reihe von Informationsveranstaltungen anzubieten. Ziel ist es, über das Krankheitsbild Demenz aufzuklären, für die Situation Betroffener zu sensibilisieren sowie über regionale Hilfs- und Unterstützungsangebote zu informieren. „Das Programm beinhaltet unter anderem Informationen zu Vorsorgevollmacht, Betreuung und Patientenverfügung, der 24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause sowie einen Vortrag zu den Themen herausforderndes Verhalten und Hinlauftendenz bei demenzerkrankten Personen. Zudem stellt die Volkshochschule Schmalkalden-Meiningen Fortbildungsangebote zum Thema Demenz und Pflege im Allgemeinen sowie zur Erholung von pflegenden Angehörigen vor. „Unserer Erfahrung nach stellen gerade diese Themen pflegende Angehörige dementiell Erkrankter, welche zu Hause leben, täglich vor neue Herausforderungen“, betont Susanne Ebert, Sachbearbeiterin vom Pflegestützpunkt des Landkreises.
Einen weiteren wichtigen Programmpunkt bildet die Vorstellung des Gedächtniszentrums des Universitätsklinikums Jena, präsentiert von Prof. Dr. Kathrin Finke. Die Psychologische Leiterin gibt einen detaillierten Einblick in die Beratungs- und Diagnoseangebote, die Menschen mit dem Verdacht auf eine beginnende Demenzerkrankung und deren Angehörige am Universitätsklinikum erwarten. Die Gedächtnissprechstunde versteht sich als interdisziplinäre Anlaufstelle für Menschen mit kognitiven Einschränkungen, insbesondere bei ersten Anzeichen von Gedächtnisverlust, Orientierungsschwierigkeiten oder Veränderungen im Verhalten. Sie bietet frühzeitige Diagnostik auf hohem wissenschaftlichem Niveau, verbunden mit individueller Beratung und therapeutischen Empfehlungen.
Die Informationsveranstaltungen und Angebote richten sich an pflegende Angehörige wie beispielsweise
- pflegende Ehe-/Lebenspartner im Seniorenalter
- Kinder, die im Seniorenalter ihre pflegebedürftigen Eltern unterstützen
- Eltern, die ihr pflegebedürftiges Kind versorgen
- Jugendliche, Auszubildende und Studierende, die pflegebedürftige Angehörige versorgen
- sowie Angehörige, deren an Demenz erkrankte Personen in einer Pflegeeinrichtung oder Wohngemeinschaft leben.
Alle Veranstaltungen und Angebote stehen Interessierten kostenlos zur Verfügung.
Zugleich macht Susanne Ebert darauf aufmerksam, dass der Pflegestützpunkt auch außerhalb des Aktionstages für alle genannten Zielgruppen eine Anlaufstelle für Beratungen ist.
Vorträge auch online
Alle Vorträge zum „Tag der Demenz“ werden als Hybrid-Veranstaltungen angeboten und können sowohl vor Ort im Landratsamt als auch online verfolgt werden. Wer Interesse an einer Online-Teilnahme hat, kann sich bei Susanne Ebert telefonisch unter 03693 / 485-8544 oder per E-Mail an pflegestuetzpunkt@lra-sm.de bis spätestens 15. September 2026 für die Veranstaltungen anmelden. Weitere Rückfragen im Vorfeld beantwortet Susanne Ebert gern unter den angegebenen Kontaktdaten.
Programm zum „Tag der Demenz“ im Landkreis Schmalkalden-Meiningen:
Eröffnung
09.00 Uhr bis 09.15 Uhr
Landrätin Peggy Greiser
Vorstellung Tagesprogramm durch den Pflegestützpunkt
09.15 Uhr bis 09.30 Uhr
Referentin: Susanne Ebert, Pflegestützpunkt Landratsamt Schmalkalden-Meiningen
Vortrag: „Der Pflegestützpunkt stellt sich vor“
09.30 Uhr bis 09.45 Uhr
Referentin: Susanne Ebert, Pflegestützpunkt Landratsamt Schmalkalden-Meiningen
Vortrag: „Vorsorgevollmacht, Betreuung, Patientenverfügung“
09.45 Uhr bis 11.15 Uhr
Referentin: Anka Filbry, Betreuungsverein Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Pause
11.15 Uhr bis 11.30 Uhr
Vortrag: „24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause“
11.30 Uhr bis 12.00 Uhr
Referentin: Sabine Krumrey, Firma „Pflegesegen“
Mittagspause
12.00 Uhr bis 12.45 Uhr
Vorstellung: „Fortbildungsangebote zum Thema Demenz und Pflege allgemein sowie zur Erholung von pflegenden Angehörigen“
12.45 Uhr bis 13.00 Uhr
Referentin: Sindy Wolf, Volkshochschule „Eduard Weitsch“ Schmalkalden-Meiningen
Vortrag: „Gedächtniszentrum Universitätsklinikum Jena“
13.00 Uhr bis 14.30 Uhr
Referentin: Prof. Dr. Kathrin Finke, Psychologische Leiterin Gedächtniszentrum Universitätsklinikum Jena
Pause
14.30 Uhr bis 14.45 Uhr
Vortrag: „Herausforderndes Verhalten und Weglauftendenz bei Demenz“
14.45 Uhr bis 15.45 Uhr
Referentin: Franziska Haueisen, Advita Pflegedienst GmbH Suhl
Tagesprogramm-Resümee durch den Pflegestützpunkt
15.45 Uhr bis 16.00 Uhr
Referentin: Susanne Ebert, Pflegestützpunkt Landratsamt Schmalkalden-Meiningen


