Home 9 Informationen für Kulturschaffende und die Veranstaltungsbranche

Informationen für Kulturschaffende und die Veranstaltungsbranche

Corona-Hilfen für Kultur

Der Freistaat Thüringen unterstützt ab sofort Kulturfestivals, unabhängig von ihrer Rechtsform sowie weiterhin gemeinnützige Träger im Bereich der Soziokultur und freien Theater, die wegen der Corona-Pandemie finanziell in Not geraten sind. Die Hilfen werden als Billigkeitsleistung und nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt.

„Mit der Neuauflage des Hilfeprogramms können Corona-Notlagen erfasst und weitere Hilfen in den Kultur- und Kunstbereichen geleistet werden. Es ist mir wichtig, dass mit den Geldern insbesondere die bunte und vielfältige soziokulturelle Szene eine Unterstützung erfährt. Schließlich ist sie ein wichtiger Bestandteil Thüringer Kulturlandschaft und für die Menschen, egal, ob auf dem Land oder in größeren Orten, ein großes Stück Lebensqualität, die auch nach der Pandemie relevanter Teil unseres Kulturerlebens sein soll, erklärt die Thüringer Kulturstaatssekretärin Tina Beer.

Die bisherige Richtlinie wurde um zwei wesentliche Punkte ergänzt: Zum einen werden neben gemeinnützigen Trägern im Bereich der Soziokultur und freien Theater alle Träger im Bereich der Kulturfestivals unabhängig von ihrer Rechtsform, die ihren Sitz oder eine Einrichtung in Thüringen haben, von der ab jetzt geltenden Richtlinie erfasst. Somit können auch kommunale und kommerzielle Festivals mit bis zu 200.000 Euro unterstützt werden.

Zum anderen wird die Billigkeitsleistung zunächst für den Zeitraum vom 01.10.2020 bis 30. Juni 2021 gewährt. Damit können Antragsberechtigte, denen eine Beantragung für die letzten drei Monate nicht möglich war, rückwirkend Hilfen beantragen und so auch später erkennbar gewordene Defizite ausgleichen.

Die Anträge auf Gewährung sind ab sofort bis zum 31. März 2021 für den Zeitraum vom 01.10.2020 bis 31.03.2021 sowie mit Antragstellung zum 15.06.2021 für den Zeitraum vom 01.04. bis 30.06.2021 unter Verwendung der vorgegebenen Formulare bei der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen (GFAW) schriftlich einzureichen, über deren Bewilligung die Thüringer Aufbaubank entscheidet.

Die Anträge sind zu finden unter: www.gfaw-thueringen.de/foerderung/foerderung-a-z/corona-hilfe-bereich-kultur

In Kombination mit der Möglichkeit der Ausfallabsicherung des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft  sollen diese Instrumente Kulturschaffenden und Kreativen Sicherheit geben, um Kulturfestivals so bald wie möglich wieder planen und durchführen zu können.

Neben der Richtlinie stellt die Landesregierung kurzfristig zusätzliche Investitionsmittel für die Soziokultur bereit.

Um den Neustart mit und nach der Corona-Pandemie zügig voranzubringen, werden 700.000 Euro Investitionsmittel durch die Kulturabteilung der Thüringer Staatskanzlei für Corona-Hygienemaßnahmen, Umbaumaßnahmen in den Bereichen Sanitär, Brand- und Schallschutz sowie für die digitale Ausstattung zur Verfügung gestellt. Die maximale Fördersumme liegt bei 50.000 Euro.

In der Landesgeschäftsstelle der LAG Soziokultur können ab Donnerstag, den 11. März die Anträge schriftlich und digital eingereicht werden. Antragsteller können sich im Vorfeld telefonisch unter 0361-7802140 beraten lassen. Weitere Hinweise zu den Anforderungen und das Antragsformular sind auf der Webseite der LAG Soziokultur unter www.soziokultur-thueringen.de zu finden. Die Antragsteller müssen nicht Mitglied bei der LAG Soziokultur sein.
 

Ausfallabsicherung für Veranstaltungsbranche bis Ende 2021

Seit dem 1. Februar 2021 bietet das Land privaten Veranstaltern in Thüringen eine Absicherung gegen coronabedingte Terminabsagen an. Galt dieses Angebot zunächst nur für Veranstaltungen, die zwischen dem 12. April und 30. Juni 2021 stattfinden sollen, so weitet das Wirtschaftsministerium das Programm nunmehr auf alle Veranstaltungen aus, die bis zum 31. Dezember 2021 geplant werden. Das kündigte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute in Erfurt an. „Wir können und wollen nicht länger darauf warten, ob und wann der Bund nun endlich entscheidet, seinerseits ein solches Programm aufzulegen und für welchen Adressatenkreis es bestimmt ist“, sagte Tiefensee. Thüringen gehe hier erneut in Vorleistung, um längerfristig Planungssicherheit für die Veranstaltungsbranche zu schaffen.

Mit dem Absicherungsangebot beteiligt sich das Land an den Ausfallkosten, die einem Veranstaltungsunternehmen entstehen, wenn Veranstaltungen oder Messen aufgrund einer Verschärfung oder Verlängerung von Infektionsschutzbestimmungen abgesagt werden müssen. Die sog. „Billigkeitsleistung“ umfasst bis zu 80 Prozent der bei einer Absage bereits angefallenen nutzlosen Ausgaben einer geplanten Veranstaltung, maximal jedoch 100.000 Euro pro Veranstaltung. Das Wirtschaftsministerium hat dafür Mittel aus dem Corona-Sondervermögen des Landes eingeplant.

„Wir wollen die Veranstaltungswirtschaft dabei unterstützen, einen Neustart aus dem Lockdown heraus zu schaffen. Ziel der geplanten Absicherung ist es, das Vertrauen der Branche in eine mögliche Erleichterung der Infektionsschutzbestimmungen zu stärken und damit wieder die Durchführung von Veranstaltungen zu ermöglichen“, so Tiefensee weiter. Die Branche sei in der Corona-Pandemie von Anfang an massiv in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit beeinträchtigt gewesen und durch den erneuten Lockdown hart getroffen worden. Da die Corona-Pandemie erkennbar noch nicht überwunden sei, ließen sich aber spätere erneute Einschränkungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig ausschließen.

Die Absicherung des Landes kann für alle Veranstaltungen ab dem 12. April in Anspruch genommen werden. Im Falle einer Verlängerung der geltenden Infektionsschutzbestimmungen oder einer erneuten Verschärfung nach einer zwischenzeitlichen Lockerung, die eine Veranstaltungsabsage zur Folge hätte, würde das Land dem Veranstalter anteilig die für die Veranstaltung bereits tatsächlich angefallenen Kosten ersetzen. (Voraussetzung ist in jedem Fall, dass sich die Ausrichter einer Veranstaltung an die grundlegenden Infektionsschutzbestimmungen der Thüringer SARS-CoV-2-Infektionsschutz-Grundverordnung halten.) Der Zuschuss muss (wie eine Versicherung) vor Absage einer Veranstaltung bei der Thüringer Aufbaubank (TAB) beantragt worden sein. Personalausgaben der Veranstaltungsunternehmen werden pauschal mit 25 Prozent der sonstigen Gesamtausgaben berücksichtigt. Vom Veranstalter gegenüber Vertragspartnern durchsetzbare Stornierungsgebühren werden als Eigenanteil berücksichtigt und reduzieren den Fördersatz, wenn sie den Eigenanteil übersteigen.

Mehr Informationen zum Programm unter: https://www.aufbaubank.de/Foerderprogramme/Coronahilfe-Billigkeitsleistung-Veranstaltungswirtschaft