Lösungen im Schüler- verkehr auf dem Weg

Der Kreistag des Landkreises Schmalkalden-Meiningen hat in seiner gestrigen Sitzung die Ampeln auf Grün für eine stufenweise Einführung des Integralen Taktfahrplans (ITF) gestellt. Die Kreistagsmitglieder votierten einstimmig dafür, zum Schuljahreswechsel am 13. August 2018 den ITF zunächst im Hauptnetz einzuführen. Das Neben- und Ergänzungsnetz soll bis zum Schuljahr 2020/21 implementiert werden. Der scheidende Landrat Peter Heimrich lobte den eingeschlagenen Weg und empfahl den Kreistagsmitgliedern die Zeit zu nutzen, um die Fahrgastzahlen im Nebennetz genauer unter die Lupe zu nehmen. Zudem bedankte er sich bei den Kreistagmitgliedern und den Bürgerinnen und Bürgern für die zahlreichen Hinweise und Anregungen, die man stets ernst nehme.

Im Vorfeld des Beschlusses hatte es Gespräche mit Schulen und Elternvertretern gegeben, bei denen insbesondere vereinzelte längere Wartezeiten der Schülerinnen und Schüler analysiert worden waren. Die Verkehrstechnologen der Meininger Busbetriebe und die Schulverwaltung des Landkreises prüfen derzeit, inwieweit diese Probleme durch Fahrplanverschiebungen gelöst werden können. Als Zwischenergebnis kann bereits mitgeteilt werden, dass es auch für die Christeser Schüler keine Wartezeiten von eineinhalb Stunden geben wird. Entsprechend aktualisierte schulbezogene Fahrpläne liegen der Regelschule Schwarza und der Grundschule Benshausen vor. Vor den Sommerferien werden allen – durch die Änderungen im Hauptnetz betroffenen – Schulen des Landkreises abgestimmte schulbezogene Fahrpläne und Elternbriefe zur Information der Eltern zur Verfügung gestellt.

Die ab 13. August 2018 gültigen Fahrpläne und Liniennetzpläne werden in Kürze auf der Internetseite der Meininger Busbetriebe veröffentlicht.

 

Warum will der Landkreis den derzeitigen ÖPNV modernisieren?

Das jetzige ÖPNV-System muss effizienter gestaltet werden. Rückläufige Fahrgastzahlen und steigende Kosten würden sonst in den nächsten Jahren zu einer Ausdünnung des Nahverkehrs im Landkreis führen. „Unser Ziel ist es, mit dem gleichen Geld ein insgesamt besseres Angebot für Muss-Fahrer, aber auch für die Kann-Fahrer zu schaffen“, erklärt Landrat Peter Heimrich. Das Problem, das in einer wissenschaftlichen Studie herausgearbeitet wurde: Es fehlt ein klar strukturiertes System. Wie ein Blick in den jetzigen Fahrplan und in die Netzfahrpläne zeigt, fahren die Buslinien bislang sehr unübersichtlich. Die Busse verkehren häufig nicht wiederkehrend auf gleichen Fahrwegen. Die Fahrpläne sind nicht miteinander verbunden. Das heißt das ÖPNV-Angebot ist unzureichend vernetzt und nahtlose Anschlussmöglichkeiten sind meist nicht gegeben, längere Wartezeiten sind die Regel. „Momentan kann man nicht sagen, dass ein Rad ins andere greift. Die Folge ist eine hohe Zahl von Leerfahrten“, sagt Peter Heimrich. „Wir wollen aber mit den vorhandenen Mitteln nicht leere Busse durch den Landkreis schicken, sondern möglichst mehr Fahrplankilometer für unsere Kunden anbieten.“ Es gehe nicht um Einsparungen, sondern um Effizienz; also darum, mit dem vorhandenen Geld einen zukunftsfähigeren, vernetzten und stabilen öffentlichen Nahverkehr im Landkreis anzubieten. „Wir wollen mehr Fahrgäste gewinnen.“ Weitere Probleme derzeit sind: An den Wochenenden und abends ist das Angebot auf den Buslinien gering. Es gibt keine fahrplanmäßigen Verknüpfungen von Bus und Bahn und somit keinen aufeinander abgestimmten Fahrplan. Die Vernetzung mit den Nachbarkreisen ist unzureichend.

Die Lösung bietet nun ein Integraler Taktfahrplan, der stufenweise – ab 13. August 2018 zunächst im Hauptnetz eingeführt wird (siehe oben). Durch ein ganztägig verfügbares und leicht einprägsames und vertaktetes Angebot soll nun mit dem Integralen Taktplan eine höhere Nachfrage erzielt werden und so das politische Ziel erreicht werden, neue Fahrgäste für den Öffentlichen Personenverkehr zu gewinnen.

„Der jetzige ÖPNV trägt dem demographischen Wandel nicht Rechnung. Die Schülerzahlen haben sich seit den 1990iger Jahren halbiert. Die Leistungen und Kosten dafür aber nicht. Auch wegen der sinkenden Besiedelungsdichte ist die bisherige ÖPNV-Strategie nicht mehr überall geeignet“, sagt Heimrich. Man müsse daher neben Bestandskunden auch neue Zielgruppen ins Auge fassen, Schüler- und Linienverkehr harmonisieren. „Die Einführung des Integralen Taktfahrplanes ist daher notwendig, um auch künftig die meisten Orte des Landkreises in ein ÖPNV-System mit einzubinden.“