Alternativvorschlag zum Südlink: Landrat fordert ernsthafte Prüfung

Unter großem Applaus hat der Freistaat Thüringen heute bei der Antragskonferenz in Ilmenau seinen Alternativvorschlag zur Trassenführung für den Südlink vorgestellt. Im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft ist eine alternative Trassenführung erarbeitet worden, die in Brunsbüttel beginnt, von Bremen in gerader Linie westlich an Kassel vorbei verläuft und nordöstlich des Rhein-Main-Gebiets in Richtung Grafenrheinfeld umschwenkt. Grundlage des Vorschlags seien Daten des Stromnetzbetreibers Tennet, so ein Vertreter des Infrastrukturministeriums. Der Freistaat fordert, diesen Vorschlag im Raumordnungsverfahren objektiv zu prüfen. Unter anderem wurde kritisiert, dass der aktuelle Trassenvorschlag von Tennet Belange der Raumordnung in den Nachbarbundesländern höher bewerten würde als in Thüringen. Zudem verstießen die Vorschlagskorridore des Netzbetreibers gegen den Planungsgrundsatz der Gradlinigkeit. „Wir werden jetzt mit Argusaugen beobachten, ob durch die Bundesnetzagentur eine objektive Prüfung erfolgt, dann wäre ein Verlauf durch Thüringen vom Tisch“, sagte Landrat Peter Heimrich im Anschluss an die Veranstaltung und lobte das zuständige Ministerium für die Initiative. „Sollte sich herausstellen, dass weiterhin die Raumwiderstände und regionalplanerische Grundsätze in Thüringen anders gewichtet werden als in Hessen oder Baden-Württemberg, werde dies der Bundesnetzagentur spätestens vor Gericht auf die Füße fallen“, prophezeit der Landrat.

Obwohl die Bundesnetzagentur die Antragskonferenz augenscheinlich weit weg von den betroffenen Landkreisen veranstalten wollte, haben hunderte Bürgerinnen und Bürger den Weg nach Ilmenau nicht gescheut und ihren Protest gegen eine Trassenführung durch Thüringen ausgedrückt. „Ich bin wieder einmal vom Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger begeistert“, kommentierte Landrat Peter Heimrich die große Beteiligung. „Wir haben der Bundesnetzagentur wieder einmal gezeigt, dass unsere Raumwiderstände auch sehr mobil sein können.“ Das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen wird seine fachliche Stellungnahme als Träger öffentlicher Belange bei der Antragskonferenz in Fulda abgeben.